August 4, 2019

IOTA Insights - Teil 1 - Digitale Infrastruktur

IOTA Insights - Teil 1 - Digitale Infrastruktur

Am 30. Juli 2019 fand das erste IOTA Insights auf Youtube statt. Das Insight gibt uns Einblicke in die verschiedensten Bereiche des IOTA Ecosystem. Experten aus der IOTA Foundation teilen Neuigkeiten und Hintergrundinformationen und man hat die Möglichkeit Fragen zu stellen, die am Ende beantworten werden.

Wir haben für euch das Ganze zusammengefasst und übersetzt. Das erste Insight Bestand aus 5 Teilen:

  • Digital Infrastructure - Dan Simerman, IOTA Foundation  
  • Smart Cities - Mathew Yarger, IOTA Foundation  
  • Standardization - Richard Soley, IOTA Foundation  
  • The Future - Dominik Schiener, Co-Founder IOTA Foundation
  • Fragen und Antworten

Wir teilen das Insight in 5 Artikel auf und beginnen mit dem Einblick in die Digitale Infrastruktur. Viel Spaß!

Insight 1 - Digitale Infrastruktur

Wer ist Dan Simerman?

Dan Simerman ist ein Blockchain-Investor und technischer Produktmanager, der sich mit Verbraucherpsychologie, digitalen Assets und Open Source-Softwareentwicklung auskennt. Er lebt in Brooklyn, New York, wo er in den letzten zwei Jahren Frameworks für traditionelle Investoren entwickelt hat, um Investitionen in die Blockchain-Technologie zu erfassen. Dan hat auch Erfahrung in der Erstellung von Software für Fortune 50-Finanzinstitute, multinationale Medienunternehmen und strategische Beratungsunternehmen.

Was hat er beim Insight erzählt?

Dan spricht über “Infrastruktur Assets”, also physische Werte einer Stadt oder eines Landes. Physische Werte sind echte Dinge die zu einer Infrastruktur gehören, zum Beispiel Straßen, Wasserstationen oder das Stromnetz.

In der heutigen Zeit werden diese Assets gerne digitalisiert, um eine Verbindung des Physischen mit dem Digitalen zu erreichen. Die Digitale Infrastruktur, wie Datenzentren und das Glasfasernetz sind dafür natürlich zwingend notwendig.

Dieses Vorhaben ermöglicht neue Chancen, da der Ausbau von physischer und von digitaler Infrastrukturen ganz oben auf den Agenden der Länder stehen.

Dan verfolgt diese Pläne seit einiger Zeit und ist erstaunt, wie viel Geld dafür ausgeben wurde und noch werden soll. Nach einem Report* von 2010 wurden 1,7 Trillionen Dollar in die Infrastruktur gesteckt.

Die Verbindung von physischen und digitalen Assets bringt auch ganze neue Probleme mit sich. Zum Beispiel benötigt man Antworten auf Fragen wie z.B. “Wie kommuniziert ein Wasserspeicher mit anderen Komponenten einer Smart City?” oder “Wie kann ein Intelligentes Stromnetz mit Erzeugern, zum Beispiel Solaranlagen und Verbrauchern, zum Beispiel Batterien aus Elektrofahrzeugen, aus der Nachbarschaft kommunizieren und den Strom austauschen?”.

Solche Fragen und natürlich auch die passenden Antworten versucht die IOTA Foundation mit ihren Partnern zu finden und auch in der Praxis zu testen.
Durch die Digitalisierung der physischen Assets werden immer mehr Sensoren und Aktoren verbaut, die Daten sammeln oder auf bestimmte Befehle reagieren.
Als einfachstes Beispiel eines Sensor und Aktor Zusammenspiels kann man sich ein Temperatursensor als Sensor und eine Ventilator als Aktor vorstellen. Wird eine bestimmte hohe Temperatur erreicht, wird der Ventilator eingeschaltet. Dieser Austausch von Daten muss zuverlässig funktionieren und muss sicher vor Angriffen sein.

Wenn wir nun an eine Smart City denken in der mehrere tausend verschieden Sensoren und Aktoren zusammenspielen um den Verkehr, die Elektrizität und die Wasserzufuhr zu steuern, muss dieses System wirklich sehr, sehr sicher sein. Es sollte nicht möglich sein, als Hacker in das System einzudringen und die komplette Kontrolle über alle Komponenten zu bekommen. Bei zentralen Systemen hat man genau dieses Problem, den “Single Point of Failure”, also das das gesamte System versagt, wenn ein Punkt angegriffen wird. Bei einem dezentralen System, wie zum Beispiel dam von IOTA, muss man unzählige Punkte angreifen, was die Wahrscheinlichkeit, die Kontrolle über das komplette System zu bekommen, ansteigend erschwert.

Aus diesem Grund denke ich, dass der Bereich der Infrastruktur ein sehr schöner Anwendungsfall für IOTA ist.

Sicherheit und Interoperabilität zwischen Hardware, Software und dem Menschen.

Die IOTA Foundation hat zwei verschiedene Herangehensweisen, um die Adoption von IOTA in der digitalen Infrastruktur zu erreichen.

  • Das zusammensetzen mit Infrastruktur Investmentfirmen, die ständig Ausschau nach “dem nächsten Großen Ding” halten, nachhaltige Systeme mit Anreizsystemen. Die IOTA Foundation knüpft hier verschiedenste Partnerschaften. Ein Beispiel einer solchen Partnerschaft ist die Kooperation mit Firmen auf Grundlage des “Telco Asset Marketplace”, also einen Marktplatz für Mobilfunkanbieter, um Bandbreite an andere Mobilfunkanbieter zu verkaufen.
  • Eine weitere Maßnahme um IOTA erfolgreich in die Infrastruktur zu bringen ist das vernetzen von Infrastruktur Bau Firmen, also Firmen die für die Erschaffung der besagten Infrastruktur zuständig sind. Ein Beispiel einer solchen Kooperation für die digitale Infrastruktur ist die Partnerschaft mit STMicroelectronics, einem weltweit führenden Halbleiterhersteller.

Ein großes Ziel der IOTA Foundation ist es auch, Gelder aus staatlichen bzw. europäischen Fördertöpfen zu erhalten und damit die Infrastruktur mit ihren Partnern aufzubauen. Aktuell gibt es in der USA sehr wenige Unternehmen die für solche Gelder in Frage kommen und das Fördergeld, welches bereitgestellt wird, wird nicht aufgebraucht.

Ein weiterer wichtiger und oft unterschätzter Punkt sind sie Daten, die in einer Smart City mit einer solchen intelligenten Infrastruktur gesammelt werden können. Diese Daten können sehr wertvoll sein.

Daten als neue Einnahmequelle können für Investoren in der digitalen Infrastruktur sehr spannend sein.

Laut Ben werden Anreizsysteme, welche durch Belohnungen die Benutzung fördern und einen positiven Einfluss auf die Umgebung mit sich bringen, die größten Anwendungsfälle für IOTA sein.

Ein Buchtipp von Dan: The Age of Surveillance Capitalism, von Shoshana Zuboff

Die Autorin spricht darüber, dass solche Anreizsysteme unser Leben auf eine Art und Weise beeinflussen, die wir uns es heute noch nicht vorstellen können.

Ein weiterer Punkt, den sie behandelt, ist der Umgang mit Daten, die durch den Benutzer generiert werden. In den meisten Fällen glaubt man, dass Firmen ihre Apps und Dienste kostenfrei anbieten, um dann die durch ihre Benutzer generierten Daten an Drittfirmen, wie z.B. Werbedienstleister, verkaufen um damit Gewinn zu erwirtschaften. Shoshana schreibt auch, es wäre noch viel schlimmer, da wir nicht das Produkt sind, sondern das Rohmaterial zu Generierung von Daten. Einige Unternehmen wollen so viele wertvolle Daten aus ihren Nutzern gewinnen, wie es nur möglich ist, um mehr Gewinne erzielen zu können.

Das bringt uns zur alles entscheidenden Frage, welche Unternehmen solche Infrastruktur Systeme aufbauen und betreuen sollen, da solche digitale Infrastrukturen Omnipresent sein werden - von der kompletten Stadt bis in deine Wohnung.

Wollen wir gewinnorientierte Unternehmen dahinter stehen haben oder gemeinnützige Stiftungen, die all ihren Code öffentlich zugänglich aufbewahren?


Im nächsten Insight erzählt uns Mathew Yarger alles Wichtige Rund ums Thema Smart Cities.

Quelle: Youtube 5:25