August 10, 2019

IOTA Insights - Teil 4 - Die Zukunft

IOTA Insights - Teil 4 - Die Zukunft

Am 30. Juli 2019 fand das erste IOTA Insights auf Youtube  statt. Das Insight gibt uns Einblicke in die verschiedensten Bereiche  des IOTA Ecosystem. Experten aus der IOTA Foundation teilen Neuigkeiten  und Hintergrundinformationen und man hat die Möglichkeit Fragen zu  stellen, die am Ende beantworten werden.

Wir haben das Ganze für euch zusammengefasst und übersetzt. Das erste Insight besteht aus 5 Teilen:

Dies ist der vierte Teil unserer Reihe, in dem Dom euch einiges über die Zukunft erzählt. Viel Spaß!


Die Zukunft - Dominik Schiener

Wer ist Dominik Schiener?

Wir hoffen ihr kennt Dominik (im Folgenden Dom genannt) alle. Wenn nicht, solltet ihr vielleicht nochmal auf unserer Wissensseite schauen ;)

Wieso wird IOTA in Zukunft benötigt?

Brauchen wir IOTA überhaupt? Welches Potenzial gibt es dafür und welche Auswirkungen würde IOTA haben? Diese Fragen stellt Dom uns am Anfang seiner Präsentation.
Die IOTA Foundation arbeitet momentan mit einem unabhängigen Forschungsunternehmen zusammen, um genau solche Fragen zu beantworten, denn es gestaltet sich sehr schwierig eine detaillierte Antwort darauf zu formulieren.

Damit man den Kern der Fragen versteht ist es wichtig sich zuerst unsere Wirtschaft anzuschauen und sich mit dem Thema Automatisierung auseinanderzusetzen. Ist die Automatisierung gut oder schlecht für die Wirtschaft? Gehen Arbeitsplätze verloren oder bringt sie neue Möglichkeiten?

Automation is a reaction to labour shortage - Dominik Schiener

Hierfür zeigt Dom eine Grafik, die aus den bisherigen Forschungen entstanden ist. Es geht um das Arbeitsangebot, die Nachfrage nach Arbeitskräften sowie die Entwicklungen dieser beiden Kennzahlen in der Zukunft.

Wie man sieht stehen wir momentan einem großen Wendepunkt gegenüber. Zum ersten mal seit über 45 Jahren ist die Nachfrage nach Arbeitskräften größer als die Anzahl der Arbeiter, es herrscht also ein Arbeitskräftemangel. Dom nennt hier das Beispiel von Logistikunternehmen, die übervolle Auftragsbücher haben, jedoch kaum Fahrer für ihre LKWs finden und damit Millionen verlieren. Genau an solchen Punkten herrscht ein großes Potential im Bereich der Automatisierung.

IOTA macht diese Automatisierung möglich. IOTA verbessert bestehende und ermöglicht neue Prozesse und Geschäftsmodelle, die effizienter und günstiger sind.

IOTA really makes sure that we as a society have a well oiled engine that is able to take us forward through this digital economy - Dominik Schiener

Wieso braucht man einen Distributed Ledger zur Automatisierung?

Wir haben bereits smarte Geräte, die Daten generieren sowie versenden und somit intelligente Entscheidungen treffen. Aber es gibt zwei fundamentale Probleme auf die wir laut Dom dabei immer wieder treffen:

  1. Wir haben eine "silo'ed economy", d.h. wir haben viele verschiedene Gruppen, die nicht miteinander arbeitern bzw. garnicht kompatibel sind, sozusagen in ihrem eigenen "Silo" agieren.
  2. Sicherheit: Jeden Tag werden Geräte gehacked, Firmen bekommen eine große Menge an wichtigen und persönlichen Daten gestohlen oder Fabriken werden durch Prozessfehler oder Sicherheitslücken im System lahmgelegt.

Das erste Problem wird durch die Generierung von Standards gelöst (siehe dazu unseren Beitrag mit Richard Soley), denn durch Standards wird die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren möglich gemacht. Zudem wird hier der Distributed Ledger gebraucht, denn dieser durchbricht die genannte Silo-Struktur und ermöglicht eine einzigartige und unabhängige Quelle, die Vertrauen im digitalen Raum schafft.

We have automated our society at the lack of security - Dominik Schiener

Bei Problem Nummer zwei schaffen Distributed Ledger wie IOTA auch Abhilfe. Man kann den dort vorhandenen Daten trauen, man kann sie verifizieren und kann sichergehen, dass diese Daten wirklich authentisch sind und nicht während der Übertragung manipuliert wurden.

Zusätzlich gibt es einen dritten Grund wieso wir Distributed Ledger brauchen, die neuen Geschäftsmodelle. Durch IOTA ermöglicht man Maschinenwallets sowie Mikrotransaktionen zwischen zwei Akteuren. Damit ist der Weg für die Wirtschaft bereitet sich von einer bloßen Automatisierung zur vollständigen Autonomie zu entwickeln.


The Chasm - Die Kluft

Nun spricht Dom über die Herausforderungen, die IOTA und die Foundation überwinden müssen. Alle DLTs sind momentan noch im Beta Status oder sind frühe Proof of Concepts, die noch nicht marktreif sind. Auch IOTA ist noch nicht marktreif. Wir benötigen also die richtige Vision, die richtigen Leute aber auch insbesondere die richtige Strategie um diese Herausforderungen zu meistern.

Ein wichtiger Schritt dafür ist die Standardisierung, die momentan einzig und allein von der IOTA Foundation angegangen wird. Aber darüber hinaus müssen dem Markt die richtigen Dienstleistungen und Produkte angeboten werden.
Folglich fokussiert sich die Foundation auf folgende Dinge:

1. Forschung (Research): Dies ist momentan der wichtigste Teil um ein Protokoll bereitzustellen, das skalierbar und sicher ist sowie die Probleme der Industrie löst und damit von den verschiedenen Wirtschaftsbereichen adaptiert wird.

2. Technik (Engineering): Die IOTA Foundation produzier und stellt die Werkzeuge bereit, dass Firmen, Regierungen und andere interessierte Akteure ihre Lösungen mithilfe der open source Technologie von IOTA umsetzten können.  Zwei Beispiele hierfür sind Supply Chain Transparency sowie der Data Marketplace.

Der Fokus für die kommenden Jahre wird daher auf Smart Cities und damit auf "multi stakeholder projects" (Projekte mit vielen Beteiligten) liegen. Dementsprechend etabliert die Foundation momentan verschiedene Testumgebungen in denen die entwickelte Technologien und Geschäftsmodelle Stresstests unterzogen werden können.

Smart Cities sind dafür genau die richtigen Testobjekte, da die Skalierbarkeit getestet werden und gleichzeitig mit den verschiedenen Verwaltungen/Regierungen zusammengearbeitet werden kann. Momentan gibt es schon zahlreiche Städte in denen die Konzepte ausprobiert werden (siehe Folie) und es sollen im Laufe der nächsten Monate und Jahre viele Weitere folgen und diese miteinander verknüpft werden um eine globale Innovationsplattform zu schaffen.


Trinity Wallet

Das erste, wirklich markreife Produkt, das die IOTA Foundation veröffentlicht hat, ist das Trinity Wallet. Es gibt der Community die Möglichkeit dazu einen eigenen Vermögenswert, den IOTA Token, zu besitzen. Aber die Vision geht viel weiter. Das Trinity Wallet soll ein persönlicher Assistent bzw. der eigene Tresor für die eigenen, persönlichen Daten werden. Dieses Ziel geht Hand-in-Hand mit den Smart City Projekten auf der ganzen Welt, da es momentan keinerlei übergeordnete Plattform gibt, mit der man unterschiedliche Dienste innerhalb der Städte nutzen kann. Alles muss mit unterschiedlichen Applikationen (z.B. Uber, Lime,...) gesteuert werden. Das soll Trinity ändern und beispielsweise den Übergang zwischen verschiedenen Arten der Mobilität vereinfachen.

Zusätzlich ist es eine enorme Herausforderung die Identität von Personen festzustellen, denn viel zu oft gehen z.B. Ausweise oder andere Dokumente verloren. Ziel ist es also, eine digitale Identität zu ermöglichen und damit Menschen zu stärken und ihnen die Macht über ihre eigenen Daten zu geben, sodass sie selbst entscheiden können, was mit ihren persönlichen Informationen geschieht.

Dadurch, dass das Trinity Wallet auf open source Technologie aufbaut und gratis zu bekommen ist, hat es laut Dom das Potenzial, die eine Applikation/Plattform zu sein, die Städte der Zukunft benutzen werden.


The next step - Der nächste Schritt: Coordicide

Die IOTA Foundation hat in den letzten Jahren auf der Forschungsebene hart daran gearbeitet, dass ihre Technologie zukunftssicher ist und wirklich die aufkommenden Probleme lösen kann.

Als Ergebnis dessen wurde letzten Monat der nächste Schritt in der Evolution unserer Technologie, der Coordicide, angekündigt.

Der Coordicide soll das bekannte Trilemma zwischen Dezentralisierung, Skalierbarkeit und Sicherheit lösen und alle drei Eigenschaften vereinen. Der erste Schritt hierfür wurde letzte Woche angekündigt, der GoShimmer Prototyp. Durch die Veröffentlichung soll die Community und alle Interessierten Akteure eingebunden und ermutigt werden etwas zur Entwicklung des gesamten Projekts beizutragen. Das momentane Ziel ist es, das erste Alpha-Netzwerk im Verlauf der nächsten Wochen zu starten.

Um Forscher und auch Universitäten noch besser einzubinden wurde zusätzlich ein 5 Millionen Dollar schwerer Fördertopf bereitgestellt. Hier gibt es mehr Infos dazu.

Sobald das Testnetz einmal läuft sollen weitere Preisgelder für kleine und große Bugs festgelegt werden um der Community weiterhin zu ermöglichen an der Entwicklung teilzuhaben.


Weitere Dinge außerhalb des Technikbereichs

Die IOTA Foundation ist momentan sehr darauf fokussiert transparent zu sein. Vor wenigen Monaten wurde bereits die Engineering Abteilung einsehbar gemacht, sodass die Entwicklungen innerhalb der verschiedenen Projekte öffentlich sind. Es wird weiterhin daran gearbeitet, die Research Abteilung der Community und anderen Interessierten zugänglicher zu machen.

Abgesehen davon fokussiert sich die IOTA Foundation darauf sich selbst noch viel transparenter zu gestalten. Dazu sollen mithilfe eines Transparenzberichts einige interne Arbeiten sowie die Finanzen veröffentlicht werden. Um dies zu erreichen und in der Öffentlichkeit noch besser anerkannt zu werden durchläuft die Foundation momentan ein offizielles Audit (eine Prüfung). Zusätzlich will man das Vertrauen in die Foundation weiter stärken, indem man strikte Richtlinien im Bezug auf Interessenskonflikte oder die Transparanz einführt, an die sich die Mitarbeiter der Foundation halten müssen. Diese werden natürlich auch innerhalb des Ecosystems veröffentlicht.


Quelle: Youtube
Autor: Kai Neuschwander (Kaineahnung#5257)

Im fünften und letzten Teil unseres Insights gibt es in den nächsten Tagen die abschließende Fragen- und Antwortrunde.

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